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Rangieren, Bergen, Löschen
26.03.2002, Kölner Stadt Anzeiger


Rangieren, Bergen, Löschen

Die Löschgruppen in Bliesheim und Friesheim wandten sich an die Stadt und forderten vergebens eine Bestrafung von Falschparkern.

Erftstadt - „Es ist nicht zu fassen, aber wirklich wahr“, sagt Hans-Georg Bensberg. Der Löschgruppenführer aus Bliesheim machte mit Polizei und Ordnungsamt ungewöhnliche Erfahrungen. Weil die Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus in der Bliesheimer Ortsmitte immer wieder zugeparkt wird, verständigte er die Polizei. Die sollte für Ordnung sorgen. Schließlich gebe es ein Hinweisschild, dass das Parken vor der Zufahrt zum Gerätehaus verbiete.

Es könne nicht sein, dass die Brandschützer in Notfällen minutenlang rangieren müssen. „Wertvolle Minuten verstreichen, ohne dass wir helfen können“, beklagt Bensberg. Dabei müsse der alarmierte Löschzug nach den Vorschriften binnen acht Minuten am Einsatzort sein.

Die Polizei verteilte jedoch keine Knöllchen. Die Beamten sahen sich vor Ort um und deuteten dem Wehrmann an, dass er mit etwas Geschick doch an den geparkten Fahrzeugen vorbeikomme. Bensberg wandte sich nun ans Ordnungsamt. Doch das ließ ihn wissen, die Behörde wolle nicht gleich jeden Verstoß gegen die Verkehrsordnung ahnden.

Der Friesheimer Löschgruppenführer Dirk Klinz machte ähnliche Erfahrungen mit Falschparkern. „Die sind uneinsichtig und stellen ihre Fahrzeuge dort ab, wo es ihnen passt. Die Polizei erstattet keine Anzeigen. Was sollen wir denn noch machen?“ In Friesheim hatte die Stadt auf der Fläche vor der Feuerwehrzufahrt Stellplätze markieren lassen. Sie wurden vermietet. Die Feuerwehr sei bei der Umgestaltung des Platzes überhaupt nicht gefragt worden, beklagt Klinz. Wäre das geschehen, hätte die Verwaltung die Stellflächen dort sicher so nicht angelegt, ist der Wehrmann sicher. Als Friesheims Ortsvorsteher Hermann Josef Wiebusch sich bei der Stadt über die Parkprobleme beklagte, habe der zu hören bekommen, die Wehrleute könnten wohl nicht richtig fahren. „Für unsere Problem scheint sich bei der Stadt niemand zuständig zu fühlen“, beklagt Unterbrandmeister Thorsten Mandt.

In Friesheim kommt noch das Problem hinzu, dass die neun Wehrleute im Notfall nicht wissen, wo sie nahe des Feuerwehrhauses auf die Schnelle ihre Fahrzeuge abstellen sollen. Dabei gebe es hinter dem Gerätehaus genügend städtische Flächen, um dort Parkraum für die Wehrleute zu schaffen, betont Löschgruppenführer Klinz. Das Areal solle als Bauland verkauft werden. Bemängelt wird auch, dass keine Fahrstunden angeboten werden, um Einsätze zu üben. Bernd Klösgen, stellvertretender Stadtbrandmeister, bestätigt diesen Mangel. Einen eigenen Fahrlehrer gebe es für die 350 Feuerwehrleute in Erftstadt nicht. Die älteren Kollegen sollten den Jüngeren Tipps geben, wie sie sich in der Praxis verhalten müssen, rät Klösgen.

Bürgermeister Ernst-Dieter Bösche, oberster Dienstherr der Feuerwehr, versprach, dass sich Mitarbeiter des städtischen Eigenbetriebs Straßen mit den Wehrleuten die Lage vor den Gerätehäusern anschauen und schnellstmöglich Abhilfe schaffen.

 

 

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